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Das Überlauftarget

Ich denke es ist jedem klar, dass es bei Hunden nie die eine, universelle Ausbildungsmethode gibt. Und so ist das natürlich auch bei der Wahl des Triebziels im Hoopers. Das ich Geräte, die es im Parcours gibt, als Triebziel nutze und körpersprachlich diese anleite, ist den meisten bewußt. Aber es wird immer die Teams geben, die mit dieser Art nicht so gut klar kommen und da braucht man natürlich Alternativen. 

Als beste Alternative, oder auch als Ergänzung zu unserem Triebzielgerätetraining, hat sich in meinen Augen das Überlauftarget bewährt. Wie ich es aufbaue und wie man es nutzen kann, möchte ich hier kurz erläutern.

 

 

Ich shape das Target kommandofrei, indem ich es einfach auf den Boden werfe: mein Hund wird neugierig hinlaufen. Dafür wird er gemarkert (entweder mit Clicker oder mit einem Markerwort - ich nutze ein kurzes "Ja"). Darauf hin gibt es bei mir die Bestätigung. Nun wird vllt. ein Hund, der gerne etwas ausprobiert oder aber mit dem viel per shaping gearbeitet wird, noch mal hinlaufen und dafür wieder gemarkert und belohnt bei mir. In der Regel ist aber schnell das Interesse verflogen und somit hebe ich das Target ganz schnell wieder auf und verstecke es vor meinem Bauch und drehe mich weg .... somit mache ich es für meinen Hund wieder interessant und kann, so er sich noch konzentrieren kann, noch einmal hinschmeißen, so dass der Hund noch mal neugierig hinläuft und gemarkert und bei mir belohnt wird. Man sollte das nicht ausreizen, bis der Hund das Interesse verliert, sondern lieber nach zwei bis drei Durchgängen aufhören und später am Tag oder am nächsten Tag das Prozedere wiederholen. So langsam formt sich die Motivation mehrfach zum Target zu laufen, weiter ohne Kommando oder körpersprachliche Hilfen. 

Nun kann man damit anfangen, den Hund warten zu lassen und nur auf ein Signal "voran" zum Target zu schicken, oder aber man nimmt schon einen Hoop dazu und steigert dann langsam den Schwierigkeitsgrad mit mehr Hoops. Ebenso kann man mit den im Hoopers so wichtigen Fokusübungen beginnen.

Der Hund läuft das Target an, wird gemakert und kehrt danach in einem, ihm angenehmen, Bogen zu mir zurück.  

Diese Art des Überlauftargets bringt viele Vorteile mit sich:

1. Der Hund muss nicht abbremsen, um am Target zu stehen - der Hund kann also sein Tempo bis zum Target durch ziehen

2. Bei anderen Trainingsarten eines Überlauftargets gibt es in der Ferne eine Bestätigung, z.B. durch einen Futterautomaten oder durch einen Ballwurf vom Hundeführer nach vorne. Da ich das Thema "Ball werfen" weiter unten beleuchtet habe, gehe ich hier darauf nicht noch mal ein. Der Futterautomat ist nett, aber wofür brauchen wir dann noch das Target? .... es ist also eigentlich "doppelt gemoppelt".

3. Ich benötige keine weitere Hilfsperson, die, wie auch immer geartet, die Bestätigung frei gibt.

UND, der Grund warum auch wir immer häufiger diese Art des Überlauftargets in unser Training integrieren: wir können es variabel als Überbrückungspunkt einsetzen, um dem Hund auf Distanz Sicherheit zu geben. Dadurch dass der Hund verknüpft hat, nach dem Target folgt BEWEGUNG, laufen die Hunde nach dem Target i.d.R. automatisch das nächste Gerät/oder die nächsten Geräte an. So wie hier im Foto. Das Target liegt als Überbrückung vor der Tonne, der Hund nimmt die Tonne selbstverständlich mit. Also auch hier integrieren wir das "Triebziel" in den Parcours, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass es an dem Target auch das Markerwort gibt oder das Ende des Laufes mit der Bestätigung beim Hundeführer. Denn führe ich den Hund danach normal weiter, so kann es entweder ein zweites Target am tatsächlichen Ende geben oder eben ein Ende durch das gewohnte Triebziel-Gerät oder in einem x-beliebigen Hoop. Probiert es aus.

 

Viel Spaß beim Hoopers, wünscht euch Katrin Werdin

 

Und hier noch bewegte Bilder zu der Thematik: Klick 

 

Und im Downloadbereich findet ihr das entsprechende pdf.

Der Start

Der Start ist eins der schwierigsten Dinge im Hoopers, denn ein Hund der „sitz, liegt, steht“, kommt aus Tempo Null, d.h. er muss sich erst in Bewegung setzen. Diese erste Bewegung geht i.d.R. in Richtung Hundeführer, denn das liegt im Naturell unserer Hunde, der Zug zu uns, ist bei den meisten Hunden stark ausgeprägt.

Dementsprechend erhalten wir bei seitlicher Distanz den Versuch beim Hund in eine „12 Uhr-Stellung“ zu uns zu gelangen.

Geht der Hundeführer (HF) nach vorne weg und befindet sich nah an der Linie auf denen die Hoops stehen. Der Fokus des Hundes bleibt auf dem HF und der Hund (Hd) wird die Geräte nehmen. Haben wir den Start mit seitlicher Distanz, geht der HF zur Seite weg zu seinem vorgegebenen Führpunkt. Selbst wenn man den Hund „gerade“ vor dem ersten Hoop positioniert, schaut dieser dem seitlich weg gehenden HF hinterher und dreht zumindest den Kopf hinterher. Manche Hunde stehen auch auf oder verdrehen sich in ihrer Warteposition, um den HF weiter im Blick zu haben und somit die „12 Uhr Position“ zu wahren.

Wird der Hund in dieser Position gestartet kann, abhängig von der Wartposition des Hd, kann folgendes passieren:

  • Der Hund läuft innen am Hoop vorbei Richtung HF
  • Der Hund läuft innen am Hoop vorbei, aber lässt sich danach noch auf die Linie bringen.
  • Der Hund wartet so nah am Gerät, dass er dieses direkt durchläuft, danach aber Richtung HF rein zieht
  • Der Hund wird mit Entfernung zum ersten Hoop positioniert und läuft einen kleinen Schlenker Richtung HF, lässt sich dann aber auf Kurs bringen und durchläuft den ersten Hoop korrekt.

Welches ist denn nun die beste Startposition für den Hund?

Derjenige, der seinen Hund so nah an den ersten Hoop positioniert, dass dieser fast „drin liegt, steht, sitzt“, kann Glück haben, dass die Startsequenz als gerade Linie gestellt ist und der Führbereich (FB) nicht zu weit seitlich gelagert ist. Liegt die FB-Position aber weiter seitlich oder gar hinter dem Startpunkt, oder folgt nach dem Start eine gebogene Linie, dann  verhindert die Position, dass der Hund auf der richtigen Linie losläuft.

 

Ich favorisiere eine Startposition mindestens 2-3m vorm ersten Hoop. Zum einen haben wir die Möglichkeit vor dem ersten Hoop diesen kleinen Schlenker unseres Hundes zu korrigieren und somit den Hund ab dem ersten Hoop auf der gewünschten Linie zu haben oder ihn gar so zu positionieren, dass wir vor dem ersten Hoop schon die Linie erzeugen, die wir nach dem ersten Hoop benötigen, auch z.B. eine gebogene Linie, die somit schon an der Hundeposition und nicht erst nach dem ersten Hoop beginnt.

Zudem hat man die Möglichkeit den Hund „taktisch“ zu positionieren, z.B. um den Hund von einer möglichen Verleitung abzubringen:

 

Fazit:

Wie auch immer wir unseren Hund positionieren, es führt beim Hoopers kein Weg an Fokusübungen vorbei. Bei mir heißt die Übung so schön „Blickwendeübung“ und genau darum geht es. Ob jetzt geshaped, über ein Verbalkommando konditioniert oder körpersprachlich eingeleitet: bringen wir den Fokus des auf uns schauenden Hundes zurück Richtung Hoop, ist damit der Grundstein für einen einwandfreien Start auf der gewünschten Linie gelegt.

 

Im Downloadbereich findet ihr das pdf. mit erklärenden Bildern dazu.

 

Viel Spaß beim Hoopers wünscht euch Katrin Werdin

Der "Bolo" - oder: Nie wieder ein normaler Hoopers Tunnel

Bereits vor 2-3 Jahren habe ich mir Gedanken gemacht, ob man nicht den normalen Hoopers-Tunnel durch so etwas wie den Tunnel im Turnierhundesport (Hindernisbahn) ersetzen kann, also eine Bodenlose Tunnelvariante, weil der normale Tunnel verschiede Problematiken mit sich brachte.

Letztes Jahr stellte mir Detlef Liebmann den Prototyp so eines Tunnels vor und ich war sofort "Feuer und Flamme". Auch dank Maik Kruse (Tierisch Kruse) durfte ich Ende Februar diesen Jahres einen der ersten dieser Tunnels - die schon den liebevollen Spitznamen "Bolo" bekommen hatten - entgegen nehmen und seit dem testen. Im Netz kursierten entsetze Ermahnungen, wie man ein Gerät produzieren könne, das dem Sacktunnel aus dem Agility so ähnlich wäre und alle Welt weiß, welche Gefährdung von diesem Gerät aus ginge. Somit wurde auch mein Bolo von mir auf Herz und Nieren geprüft. Ich habe mit absichtlichen Führfehlern - ich führe ja körpersprachlich - versucht, meine schnellen Border Collies so zu führen, dass sie im Tunnel an die Wand oder den Eingang, der übrigens abgepolstert ist, ran rempeln. Aber völlig vergebens, es ist mir nicht gelungen, denn dadurch das der Bolo eben keinen Boden hat, verliert der Hund nicht den Kontakt zum Boden (Kunstrasen oder Gras) und lief jedes Mal mittig und gerade durch den Tunnel.

 

Meine Hunde sind natürlich das eine, viele unterschiedliche Hunde mit unterschiedlichen Ausbildungsansätzen, Tempo und Motivation etwas anderes. Und so hatte der Bolo beim Turnier im August seinen Härtetest: Sogar bei Dauerregen und somit eher rutschigem Gras konnte ein Border Collie, der mit Full Speed, durch einen Führfehler, viel zu schräg auf den Tunneleingang zu kam - wir Wertungsrichter schon zusammen gezuckt sind, weil wir damit gerechnet haben, dass dieser Hund "in die Wand kracht" - sich aber im Tunneleingang noch ausrichten konnte, gerade durchgelaufen ist und mit unverändertem Tempo weiter. In einem normalen Tunnel mit Boden (dabei ist es eigentlich unerheblich, ob dieser mit Grip gewesen wäre oder ohne) hätte dieser Hund das nicht geschafft. Daumen hoch für den Bolo und nie wieder einen normalen Hoopers Tunnel!

Spielzeug werfen

Zunehmend macht sich die Meinung breit: Um einen Hund auf Distanz zu bekommen, muss auch die Bestätigung in Laufrichtung des Hundes und vor allem vom Hundeführer weg erfolgen.

 

Somit drängt sich bei vielen der Gedanke auf, das Spielzeug muss für den Hund geworfen werden.

Da ich diese Entwicklung bedenklich finde, möchte ich das Thema: Ball - Wurf im Hoopers näher betrachten:

 

Wir wissen seit 20 Jahren, dass Ball (Spielzeug) werfen für den Hund ungesund ist, da der Hund hochmotiviert und schnell dem fliegenden Ball folgt. Bleibt der Ball im Gras liegen - seine spontane Geschwindigkeit ist sofort bei Null (also des Balls), der Hund aber aus vollem Lauf abbremst "in die Eisen geht", um den Ball aufzunehmen. Manche Hunde denken in dem Moment nur mit dem Kopf und überschlagen sich eventuell sogar, weil der Körper den Kopf überholt. Das ist nicht egal, sondern fahrlässig und schädlich, auch bei sonst gesunden Hunden. Es gibt auch Hunde, die sich den Ball aus der Luft fangen und dabei den Körper in die Luft schrauben und oft nicht wieder auf allen 4 Füßen landen, oder sich gar in der Luft verwringen. Ball werfen und Ball fangen (am besten auf Hundehöhe - oder mit einmal aufdischen) will also fleißig geübt sein und das erst mal ohne ein gewisses Wurftiming oder eine spezielle Wurfrichtung.

 

Nun kommen wir zum Hoopers: Die optimale Bestätigung für einen Hund per Spielzeugwurf ist, wenn er selbiges auf seiner Kopfhöhe in Laufrichtung fliegen sieht bevor er den letzten Hoop durchläuft. Dann und nur dann habe ich eine optimale Bestätigung und der Spielzeugtriebige Hund hat keine Veranlassung vor dem letzten Hoop abzubremsen oder sich noch mal Richtung Hundeführer zurück zu orientieren. Das gilt natürlich auch für jedes andere Wurfgeschoss: Futterdummy, Futterball (Lotusball), Futterstücke.

 

Nachdem wir also Wurfseminar 1-10 absolviert haben sind wir vllt. in der Lage das Wurfgeschoss - so es denn schwer genug ist - in einigermaßen gerader Linie aus 20m  Distanz für den Hund als Bestätigung zu werfen.

 

Je weiter wir vom Ziel, also von dem Punkt der Bestätigung, weg stehen, desto früher müssen wir mit dem Wurf beginnen. Das veranlasst die meisten Hunde, den Fokus von dem Gerät voran abzuwenden und den Wurf in der Luft zu verfolgen. Selbst wenn ihr meint mit Null-Körpersprache zu führen, macht ihr im Moment des Wurfes welche und konditioniert unter Umständen Verhaltensweisen, die ihr gar nicht wollt:

 

Das wäre das "Zurückorientieren" vor dem letzten Hoop: es führt unter Umständen dazu, dass der Hund am letzten Hoop vorbei läuft, oder vllt. noch zu einem Verleitungshoop abbiegt, da der Fokus nach vorne weg ist. Besser wäre: Erst nach Durchlaufen des letzten Hoops wird zum Wurf angesetzt.

 

Das "Aufrichten - in die Luft schauen": Bestätige ich schon an Hoop Nr. 1 mit einem Ballwurf - dieser erfolgt ja meist in einem Bogen und nicht in gerader Linie auf Hundehöhe nach vorne weg - dann gewöhnen sich viele Hunde an, in die Luft zu schauen oder sogar einen kleinen Hoppser nach oben zu machen (um z.B. den Ball zu fangen). Mache ich so weiter, anstatt den Bewegungsablauf zu hinterfragen, setzt sich das Verhalten an Hoop 2., 3 usw. fort. Da der Aufbau, nicht wie empfohlen im Rückwärtsaufbau von statten geht, sondern 1 Hoop - Ball, 2 Hoops - Ball, 3 Hoops - Ball usw. nimmt der Hund das an Hoop 1 konditionierte Verhalten: in die Luft schauen, zurück schauen oder einen kleinen Hoppser machen, in den weiteren Aufbau mit. Wir formen unter Umständen eine unnatürliche aufrechte Gangart oder eine Art Hoppserlauf. 

 

Nun könnte man ja den Trainer oder einen Mittrainierenden, der näher am Ziel steht, bitten den Ball zu werfen: Ja das wäre sicherlich eine Verbesserung bzgl. Wurfrichtung und Wurftiming, allerdings bleibt die Belastung für den Hund hoch, wenn er sich das liegende oder fliegende Spielzeug schnappt. UND: viele Hunde lernen Situationsgebunden. Bedeutet: steht da der Trainer oder irgend jemand (der potentielle Spielzeugwerfer) dann laufen sie die Distanz, steht dort keiner, dann ist die Richtung ggf. uninteressant. 

 

Mein Lösungsvorschlag: Wir verabschieden uns von dem Gedanken, dass die Bestätigung unbedingt vom HF weg erfolgen muss. Sehen wir das mal realistisch: In einem Hoopers Turnier gibt es nach dem letzten Hoop kein Triebziel, kein Ballwurf etc. und vor allem kein Objekt weswegen der Fokus des Hundes nach vorne gerichtet bleiben sollte. Und somit werden alle Hunde, egal mit welchem Ausbildungsansatz oder Bestätigungsart, sich nach dem Durchlaufen des letzten Hoops Richtung Hundeführer orientieren. Nutzt diese Information auch für euren Grundaufbau, wenn ihr mit Spielzeug bestätigen wollt. 

Der Clicker ist ein Versprechen auf ein Leckerlie, mein Markerwort (ein kurzes JA) ist ein Versprechen auf die Bestätigung mit Spielzeug. Das Markerwort erfolgt mit oder nach dem Durchlaufen des letzten Hoops. Es gibt also keinen Grund für den Hund sich vor dem letzten Gerät zum HF zurück zu versichern oder nach einem Ballwurf zu schauen und es gibt keinen Grund für den HF - ob Schwerpunkt Verbales Führen oder Schwerpunkt Körpersprachliches Führen - seine Führweise vor dem letzten Hoop zu verändern, um ein Spielzeug zu werfen.

 

Ich bestätige meine Hunde immer mit dem Spielzeug. Abhängig vom Hundetyp und seinem bevorzugten Spielzeug, werfe ich ihm das Spielzeug auf Kopfhöhe zu, wenn er mir entgegen kommt oder er kann das Spielzeug bei mir "abgreifen" im vorbeilaufen. So habe ich eine schonende Bestätigungsart, die dem Hund auch Freude bereitet. Übrigens: dieses "reinfliegen" in eine gehaltene Beißwurst, wie es im Schutzhundsport oft noch üblich ist, ist belastend für die Halswirbelsäule des Hundes. Besser wäre da den Hund das Spielzeug erstmal "abgreifen" zu lassen und nachdem er seinen Lauf verlangsamt hat, sich das Spielzeug zutragen zu lassen und dann kann man noch ein Beutespiel/Zergelspiel mit dem Hund praktizieren.

 

Viel Spaß beim Hoopers wünscht euch, Katrin Werdin